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Was ist Kompressionstherapie?

Was ist Kompressionstherapie?

Das Konzept der Kompressionstherapie beruht auf einem einfachen und effizienten mechanischen Prinzip: der Applikation eines elastischen Textils. Durch die Kompression der Extremität mit graduierter Kompression - höchster Druck im Knöchelbereich und abnehmender Druck nach proximal - unterstützt der Kompressionsstrumpf den venösen Rückfluss, reduziert den venösen Druck, verhindert effizient venöse Stase und die Schädigung der Venenwand und reduziert so venöse Beinbeschwerden wie Schweregefühl und Schmerzen. Abhängig von Art und Ausdehnung der Veränderungen kann die Kompressionstherapie mit Wadenstrümpfen, Schenkelstrümpfen, Strumpfhosen, Socken oder Bandagen durchgeführt werden. Die aktuellen neuen Fasern und Designs von SIGVARIS Kompressionsstrümpfen machen die Behandlung einfacher und effizienter.

Indikationen und Kontraindikationen

Die Kompressionstherapie wird in der Regel von einem Arzt bei folgenden Krankheiten verordnet:1)

Krampfadern (Varikose)

  • Varikose primär und sekundär
  • Varizen in der Schwangerschaft
  • zur Unterstützung der Sklerosierungstherapie
  • nach venenchirurgischen Eingriffen 

Thrombose und Venenentzündung (Thromboembolie)

  • Thrombophlebitis (superfiziell) sowie Zustand nach abgeheilter Phlebitis
  • tiefe Beinvenenthrombose
  • Zustand nach Thrombose
  • postthrombotisches Syndrom
  • Thromboseprophylaxe bei mobilen Patienten 

Chronische Venöse Insuffizienz (CVI)

  • CVI der Stadien I bis III nach Widmer bzw. C1S-C6 nach CEAP
  • Ulkusprävention und Ulkustherapie
  • Leitveneninsuffizienz
  • Angiodysplasie 

Ödeme

  • Lymphödeme
  • Ödeme in der Schwangerschaft
  • posttraumatische Ödeme
  • postoperative Ödeme
  • zyklisch idiopathische Ödeme
  • Lipödem ab Stadium II
  • Stauungszustände infolge Immobilitäten (arthrogenes Stauungssyndrom, Paresen und Teilparesen der Extremität) 

Andere Indikationen

  • Zustand nach Verbrennungen
  • Narbenbehandlung 

Darüber hinaus auch alle venös bedingten Beinbeschwerden (z.B. schwere Beine, Schwellungsgefühl, Schmerzen). Weitere Indikationen sind Thromboseprophylaxe und Vorbeugung von Schwellung und Stauung auf Fernreisen.

Absolute Kontraindikationen sind:2)

  • fortgeschrittene periphere arterielle Verschlusskrankheit
  • dekompensierte Herzinsuffizienz
  • septische Phlebitis
  • Phlegmasia coerulea dolens

Relative Kontraindikationen bei denen Nutzen und Risiko besonders abgewogen werden müssen, sind:

  • ausgeprägte nässende Dermatosen
  • Unverträglichkeit auf Kompressionsstrumpfmaterial
  • schwere Sensibilitätsstörungen der Extremität
  • fortgeschrittene periphere Neuropathie (z.B. bei Diabetes mellitus)
  • primär chronische Polyarthritis

Medizinische Kompressionsstrümpfe können insbesondere bei unsachgemässer Handhabung oder Nichtbeachtung der Kontraindikationen in sehr seltenen Fällen  Hautnekrosen und Druckschäden an peripheren Nerven verursachen. Es wurden bislang nur sehr wenige Fälle von Allergien auf die eingesetzten Materialien berichtet. Wenn keine Gegenanzeigen wie z.B. eine ausgeprägte arterielle Durchblutungsstörung bestehen, können Kompressionsstrümpfe im niedrigeren Druckbereich auch ohne ärztliche Verordnung eingesetzt werden.

1 & 2) Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Phlebologie zum Medizinischen Kompressionsstrumpf Phlebologie 2006; 35: 315-320

Kompressionsklassen

Kompressionsstrümpfe sind in verschiedenen Kompressionsklassen, abhängig von der Schwere des zu behandelnden Krankheitsbildes, erhältlich. Der Druck, den ein Kompressionsstrumpf in Ruhe auf den Knöchelbereich ausübt, wird in Millimeter Quecksilbersäule (mmHg) oder Hektopascal (hPa) angegeben. 1 mmHg = 1,33 hPa. Kompressionsklassen werden nach verschiedenen offiziellen Normen (GZG-Norm in Deutschland) standardisiert hergestellt. Der Arzt verschreibt die Kompressionsklasse entsprechend der Diagnose und der Schwere des Krankheitsbildes.

Behandlung

In Abhängigkeit von der Lokalisation der Venenveränderungen und der Beschwerden stehen Kompressionsstrümpfe in verschiedenen Längen zur Verfügung: Unterschenkelstrümpfe, Halbschenkel- und Oberschenkelstrümpfe, Strumpfhosen und Socken. Darüber hinaus können spezielle Kompressionsteile oder Zusätze zur Kompressionstherapie wie Haftrand oder Anziehhilfe verordnet werden. Die neuen Materialien und das Design von SIGVARIS Kompressionsprodukten machen die Einhaltung der Behandlung viel einfacher und effizient. Als weltweit führender Spezialist in der Kompressionstherapie bietet SIGVARIS High-Tech-Produkte an, welche hohe Qualität, bewährte medizinische Wirksamkeit, Komfort und Fashion verbinden.