Tiefe Venenthrombose (TVT)

TVT (tiefe Venenthrombose) ist eine ernste Erkrankung. Ein Blutgerinnsel bildet sich in den tiefen Venen des Unterschenkels oder der Wade und blockiert den Blutfluss . TVT kann zu Schwellungen, Rötungen und Schmerzen am Bein führen. Sie kann aber auch ohne diese Symptome auftreten. Eine TVT kann lebensbedrohlich werden, wenn sich das Blutgerinnsel von seiner ursprünglichen Position in der Vene löst und durch die Blutbahn in die Lunge gelangt. Dieses potenziell tödliche Ereignis ist als Lungenembolie (LE) bekannt. Hier finden Sie Informationen zur TVT und Lösungen zur Vorbeugung.

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Was ist eine tiefe Venenthrombose?

Eine tiefe Venenthrombose (TVT) ist eine schwerwiegende Erkrankung, bei der sich in einer oder mehreren tiefen Venen ein Blutgerinnsel bildet.

Illustration deep vein thrombisis

Die Symptome einer TVT können unerkannt bleiben.

Was verursacht die TVT?

Eine tiefe Venenthrombose wird normalerweise durch eine Kombination verschiedener zugrunde liegender Erkrankungen verursacht:

Eingeschränkte Bewegungsfreiheit

Der Blutfluss in den Venen wird aufgrund von eingeschränkter Bewegungsfreiheit über längere Zeit verlangsamt (Krankheit, nach einer Operation, Fernreisen).

Blutgerinnsel bilden sich leichter als normalerweise

Das Risiko, an einer TVT zu erkranken, steigt, wenn aufgrund einer Erkrankung das Blut schneller als normal gerinnt. Einige dieser Erkrankungen sind:

  • Krebs und Krebsbehandlungen
  • Herzerkrankungen und Lungenerkrankungen
  • Thrombophilie, eine genetisch bedingte Erkrankung, bei der das Blut verstärkt zur Gerinnung neigt

Infektionen oder Entzündungen

Infektionen oder Entzündungen können die Thrombusbildung begünstigen, indem sie die Oberfläche der Venenauskleidung beeinträchtigen, z.B. durch Schäden an der Gefäßwand und erhöhte Blutgerinnung.

Beschädigte Blutgefäße

Wenn die Wand eines Blutgefäßes beschädigt ist, kann es sich verengen oder verstopfen, wodurch sich ein Blutgerinnsel bilden kann. Blutgefäße können durch Verletzungen wie Knochenbrüche oder schwere Muskelschädigungen beschädigt werden.

Schwangerschaft

Eine TVT ist während der Schwangerschaft selten, obwohl die Wahrscheinlichkeit, eine Thrombose zu entwickeln, bei schwangeren Frauen drei- bis viermal höher ist als bei nicht schwangeren Frauen im gleichen Alter. Ein Gerinnsel kann sich in jedem Stadium der Schwangerschaft und bis zu sechs Wochen nach der Geburt bilden.

Darüber hinaus existieren weitere Risikofaktoren für die Entwicklung einer TVT.

Was sind einige mögliche Komplikationen der TVT?

Ungefähr einer von zwei bis drei Patienten mit TVT entwickelt eine Langzeitkomplikation, die als postthrombotisches Syndrom (PTS) bekannt ist – trotz optimaler gerinnungshemmender Behandlung. PTS ist eine fortschreitende Krankheit und kann sich als chronischer Schmerz, Schwellung und Verfärbung des Beins und in späten Stadien als offenes Unterschenkelgeschwür äußern.

Die Wahrscheinlichkeit einer erneuten Gerinnselbildung nach einem TVT-Ereignis ist hoch. Die Auswirkungen von PTS halten lange an und können Ihre Lebensqualität erheblich beeinträchtigen.

Eine weitere Komplikation der TVT ist eine Erkrankung, die als Lungenembolie (LE) bekannt ist. Sie tritt auf, wenn sich ein Blutgerinnsel löst und durch das Blutgefäß zur Lunge wandert. Eine Lungenembolie kann tödlich sein, wenn das Blutgerinnsel den Blutfluss durch die Lunge erheblich blockiert.

Was sind die Symptome einer TVT?

Fast 50% aller Fälle einer TVT weisen keine feststellbaren Symptome auf. Wenn Symptome vorhanden sind, können sie Beinschmerzen und Druckempfindlichkeit sowie Schwellungen der Wadenmuskulatur, des Knöchels, des Fußes oder des Oberschenkels umfassen – üblicherweise in nur einem Bein. Zuweilen fühlt sich die Haut warm an und ist gerötet.

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Besteht bei mir das Risiko, eine TVT zu entwickeln?

Sind Sie über 60? Reisen Sie lange Strecken und sitzen dabei längere Zeit mit eingeschränkter Bewegungsfreiheit? Sind Sie übergewichtig und/oder sitzen viel? Wenn Sie eine dieser Fragen mit Ja beantwortet haben, besteht bei Ihnen möglicherweise ein Risiko für die Entwicklung einer TVT.

Weitere Risikofaktoren sind:

  • Operationen (insbesondere orthopädische) oder schwere Verletzungen
  • Rauchen
  • Krampfadern
  • Hoher Östrogenspiegel, z.B. während der Schwangerschaft oder bei Verwendung von Antibabypillen (hormonelle Empfängnisverhütung)
  • Krebs
  • Längere Bettruhe oder verminderte Mobilität, z.B. während eines Krankenhausaufenthalts

Wie wird eine TVT diagnostiziert?

Eine TVT lässt sich schnell und einfach, schmerz- und risikofrei mit Ultraschall diagnostizieren. Ein spezifischer Bluttest kann durchgeführt werden, um den D-Dimer-Spiegel zu messen, der ein Zeichen kürzlicher Gerinnung ist. Frühzeitige Diagnose und Behandlung verringern das Risiko schwerwiegender Komplikationen erheblich.

Es gibt andere Tests, die Ihr Arzt je nach Ihrer Krankengeschichte empfehlen kann.

Wie kann ich einer TVT vorbeugen?

Eine TVT kommt selten vor, kann sich aber leider zu schwerwiegenden und möglicherweise tödlichen Erkrankungen entwickeln. Bestimmte Risikofaktoren erhöhen die Wahrscheinlichkeit, eine TVT zu entwickeln. Diese Risikofaktoren sind kumulativ – je mehr bei Ihnen vorliegen, desto höher ist Ihr Risiko. Darüber hinaus ist die Wahrscheinlichkeit einer erneuten Gerinnselbildung nach einer TVT hoch.

Sie und Ihr Arzt können gemeinsam Situationen mit hohem Risiko identifizieren und Strategien zur Verringerung des Risikos für die Entwicklung von TVT und/oder LE ausarbeiten.

Zu den wirksamsten Vorbeugemaßnahmen für die tiefe Venenthrombose gehören

  • Regelmäßige Bewegung auf Reisen, einschließlich Dehnung und Beinbewegung
  • Das Rauchen aufgeben
  • Versuchen, ein normales Körpergewicht beizubehalten
  • Gesunde Ernährung
  • Medizinische Kompressionsstrümpfe tragen

Warum medizinische Kompressionsstrümpfe?

Ihr Arzt kann Kompressionsstrümpfe verschreiben, die einen abnehmenden Druck ausüben, wobei der stärkste am Knöchel und der geringerer Druck beinaufwärts wirkt.

Abnehmende Kompression hilft dabei, eine TVT und die damit verbundenen Komplikationen zu verhindern, indem der Blutfluss zurück zum Herzen verbessert wird. Die Kompression verengt den Durchmesser der Venen, was die Geschwindigkeit des Blutflusses in den Venen erhöht und das Risiko einer Gerinnselbildung verringert.

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Zusammenfassung

Eine tiefe Venenthrombose (TVT) wird als akute Venenerkrankung eingestuft.

Wissen zu Venenerkrankungen

  • Mit dem Begriff chronische Venenerkrankung wird ein anhaltender Zustand mit beeinträchtigtem venösem Rückfluss beschrieben.
  • Wenn Venenklappen nicht richtig schließen, tritt ein Reflux auf: Das Blut fließt nach unten und staut sich in der Vene, was zu venöser Hypertonie führt. Dieser Zustand ist als chronische venöse Insuffizienz (CVI) bekannt und kann zu Ödemen, Hautveränderungen und in einigen Fällen zu Geschwürbildung führen.
  • Wenn sie nicht behandelt wird, kann eine chronische venöse Insuffizienz zu schwerwiegenden Störungen führen, einschließlich Phlebitis und Lungenembolie. Zur Unterscheidung der verschiedenen Erscheinungsformen von chronischen Venenerkrankungen wird das CEAP-Klassifikationssystem verwendet.
  • Akute Venenerkrankungen treten in der Regel ohne Vorerkrankungen auf, können aber auch durch chronische Venenerkrankungen ausgelöst werden. In jedem Fall ist eine umgehende ärztliche Behandlung erforderlich. Akute Venenerkrankungen umfassen oberflächliche Venenentzündung, tiefe Venenthrombose (TVT), Lungenembolie, postthrombotisches Syndrom und Varizenblutung.

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