Unterschenkelgeschwür

Venöse Unterschenkelgeschwüre sind verheilte oder offene Wunden an den Beinen. Sie treten auf, wenn eine Venenerkrankung vorliegt.

Man adjusting his sock

Was ist ein Unterschenkelgeschwür?

Venöse Unterschenkelgeschwüre entwickeln sich normalerweise an der Innenseite, manchmal auch an der Aussenseite des Beins, direkt über dem Knöchel.

Die Symptome eines venösen Unterschenkelgeschwürs sind Schmerzen, Juckreiz und/oder eine Schwellung am betroffenen Bein. Es kann auch verfärbte oder verhärtete Haut um das Geschwür auftreten, und die Wunde kann einen übelriechenden Ausfluss erzeugen.

Venenerkrankungen sind der Hauptgrund für über zwei Drittel aller Unterschenkelgeschwüre. Andere häufige Arten von Unterschenkelgeschwüren sind:

  • arterielle Unterschenkelgeschwüre – verursacht durch schlechte Durchblutung der Arterien
  • diabetesbedingte Unterschenkelgeschwüre – verursacht durch den hohen Blutzucker in Zusammenhang mit Diabetes
  • vaskulitische Unterschenkelgeschwüre – in Zusammenhang mit chronischen entzündlichen Erkrankungen wie rheumatoider Arthritis und Lupus
  • traumatische Unterschenkelgeschwüre – verursacht durch Verletzung des Beins
  • maligne Unterschenkelgeschwüre – verursacht durch einen Tumor der Beinhaut

Die meisten durch Arterienerkrankungen oder Diabetes verursachten Geschwüre treten am Fuss und nicht am Bein auf.

Ein venöses Unterschenkelgeschwür ist im Allgemeinen ein Zeichen einer schweren Venenerkrankung

Venöse Unterschenkelgeschwüre gehören zu den schwerwiegendsten Ergebnisses einer fortgeschrittenen chronischen Venenerkrankung. Sie sind oft chronisch und schwer zu heilen. Tatsächlich liegt die Rate von wiederkehrenden venösen Unterschenkelgeschwüren bei mehr als 70 Prozent.

Wenden Sie sich an Ihren Arzt, wenn Sie glauben, ein Unterschenkelgeschwür zu haben. Denn hier ist eine professionelle Behandlung erforderlich, um die Heilung zu unterstützen. Ihr Arzt kann Ihnen auch dabei helfen, die Art Ihres Geschwürs und die beste Behandlungsoption zu bestimmen.

Wodurch werden venöse Unterschenkelgeschwüre verursacht?

Venöse Unterschenkelgeschwüre sind eine Folge des Fortschreitens einer Venenerkrankung, insbesondere einer chronischen venösen Insuffizienz (CVI).

Chronische venöse Insuffizienz tritt auf, wenn die Venenwände und/oder -klappen in den Beinvenen beschädigt sind oder nicht effektiv arbeiten.

Die Klappen sollten sicherstellen, dass das Blut im Bein nicht nach unten, sondern nach oben fliesst. Wenn sie nicht richtig schliessen, staut sich das Blut in den Venen. Dies führt in aufrechter Position zu einem sehr hohen Druck in den Venen.

Dieser konstante hohe Druck kann die winzigen Blutgefässe in der Haut allmählich schädigen und zum Austritt von Blut in das Gewebe führen. Dies führt schliesslich zu einer lokalen Entzündung des Gewebes.

Schon eine leichte Verletzung kann ein Unterschenkelgeschwür verursachen

Ein venöses Unterschenkelgeschwür kann sich nach einer leichten Verletzung entwickeln, wenn die Durchblutung der Beinvenen gestört ist und sich eine lokale Entzündung des Gewebes entwickelt hat. In der Folge kann die Haut leicht einreissen, wodurch sich nach einem Schlag oder Kratzer ein Geschwür bilden kann.

Wenn die Durchblutung Ihrer Beine nicht durch eine Behandlung verbessert wird, heilt das Geschwür möglicherweise nicht.

Wie wird ein venöses Unterschenkelgeschwür diagnostiziert?

Bei allen Patientinnen und Patienten mit Geschwür wird empfohlen, sich die Krankengeschichte genau anzuschauen:

  • persönliche oder familiäre Vorgeschichte von behandelten oder nicht behandelten Krampfadern
  • persönliche oder familiäre Vorgeschichte von tiefer Venenthrombose und/oder oberflächlicher Venenthrombose und/oder Lungenembolie
  • persönliche Vorgeschichte von starken Traumata oder Operationen an den unteren Extremitäten
  • ein früher vorhandenes venöses Geschwür
  • Vorliegen von Diabetes

Der Arzt untersucht das Bein sowohl im Stehen als auch im Liegen.

Der Arzt fühlt auch den Puls an den Knöcheln, um sicherzustellen, dass die Arterien im Bein richtig funktionieren. Um eine periphere arterielle Erkrankung (eine Erkrankung, die die Arterien betrifft) als mögliche Ursache für die Symptome auszuschliessen, führt der Arzt einen als Doppleruntersuchung bekannten Test durch.

Es können möglicherweise weitere Untersuchungen durchgeführt werden, um den Blutfluss in den Venen zu beurteilen.

Wie wird ein Unterschenkelgeschwür behandelt?

Wenn bei Ihnen ein venöses Unterschenkelgeschwür diagnostiziert wird, arbeiten Sie für die Behandlung der Wunde wahrscheinlich bereits eng mit einer Wundklinik oder Ihrem Arzt und einem zertifizierten Orthopädietechniker zusammen.

Kontrolle und Heilung der Wunde: Medizinische Kompression spielt eine wichtige Rolle

Die primäre Behandlung eines venösen Unterschenkelgeschwürs umfasst die Bekämpfung von Infektionen und die Wundheilung. Dies kann je nach Wundgrösse mehrere Monate dauern. Schmerzlinderung und Minimierung des Ödems sowie der Schutz der gesunden Haut sind jetzt wichtig.

Kompression hilft, die venöse Durchblutung in den Beinen zu verbessern und Schwellungen zu behandeln. Sie spielt eine wichtige Rolle bei der Wundheilung und bei der Nachsorge.

Traditionell werden in der Anfangsphase der Behandlung von grossen Geschwüren Kurzzug-Kompressionsverbände verwendet, bis die Heilung nahezu abgeschlossen ist oder dem Patienten ein knielanger, gradueller Kompressionsstrumpf mit 30-40 mmHg oder mehr angepasst werden kann.

Kompressionsstrumpf-Systeme

Kompressionsstrumpf-Systeme sind ebenfalls erhältlich. Sie bestehen aus einem normalen Kompressionsstrumpf und einem patentierten Unterstrumpf mit niedriger Kompression. Diese Systeme bieten viele Vorteile, die weit über die von Bandagen hinausgehen:

  • Einfach anzuziehen, wodurch in vielen Fällen keine Unterstützung bei der Kompressionsbehandlung erforderlich ist
  • Bequem und diskret, auch mit Schuhen
  • Kein unangenehmer Druck beim Liegen im Bett, da nachts nur der patentierte Unterstrumpf getragen wird
  • Durch den Unterstrumpf bleibt der Wundverband im Schlaf an der vorgesehenen Stelle
  • Keine Verletzung der Wunde bei richtiger Anwendung – weder beim An- noch beim Ausziehen des Strumpfes

Bei entsprechender Behandlung heilen die meisten venösen Unterschenkelgeschwüre innerhalb von drei bis vier Monaten ab.

Sobald Ihre Wunde geheilt ist, sollten Sie Ihre Kompressionsstrümpfe ein Leben lang tragen, um die Entwicklung eines weiteren Geschwürs zu verhindern.

Zusammenfassung

Ein Unterschenkelgeschwür ist die schwerwiegendste Folge einer Venenerkrankung.

Wissen zu Venenerkrankungen

  • Mit dem Begriff chronische Venenerkrankung wird ein anhaltender Zustand mit beeinträchtigtem venösem Rückfluss beschrieben.
  • Wenn Venenklappen nicht richtig schliessen, tritt ein Reflux auf: Das Blut fliesst nach unten und staut sich in der Vene, was zu venöser Hypertonie führt. Dieser Zustand ist als chronische venöse Insuffizienz (CVI) bekannt und kann zu Ödemen, Hautveränderungen und in einigen Fällen zu Geschwürbildung führen.
  • Wenn sie nicht behandelt wird, kann eine chronische venöse Insuffizienz zu schwerwiegenden Störungen führen, einschliesslich Phlebitis und Lungenembolie. Zur Unterscheidung der verschiedenen Erscheinungsformen von chronischen Venenerkrankungen wird das CEAP-Klassifikationssystem verwendet.
  • Akute Venenerkrankungen treten in der Regel ohne Vorerkrankungen auf, können aber auch durch chronische Venenerkrankungen ausgelöst werden. In jedem Fall ist eine umgehende ärztliche Behandlung erforderlich. Akute Venenerkrankungen umfassen oberflächliche Venenentzündung, tiefe Venenthrombose (TVT), Lungenembolie, postthrombotisches Syndrom und Varizenblutung.

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