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Warte, luege, lose, laufe

Warte, luege, lose, laufe

Bei der Abfolge dieser Verben kommen Erinnerungen auf. Erinnerungen an die frühe Kindheit, als einem gezeigt wurde, wie man korrekt über die Strasse geht. Warte, luege, lose, laufe. Wer von Ihnen hält sich noch daran?

Meine Name ist «Hibu», das stammt vom französischen Hibou, die Eule. Schon mein Leben lang begleite ich Stephan Roth. Stephan Roth ist Polizist. Aber nicht einer, der Parkbussen verteilt, Autofahrerinnen und -fahrer blitzt oder Verbrecher jagt. Nein. Stephan Roth ist Verkehrsinstruktor. Sie finden ihn an Seniorennachmittagen, an denen er älteren Menschen den Umgang mit E-Bikes erklärt, an Elternabenden, wo er den Eltern die Augen öffnet, wieso ein Mami- oder Papitaxi völliger Unsinn ist, oder in Kindergärten und Schulen, um den jungen Menschen das richtige Verhalten im Strassenverkehr zu lehren. Sie sehen, er ist ein vielbeschäftigter Mann.      

Ich, «Hibu» mit Stephan Roth in Aktion.

 

Seit über 19 Jahren übt Stephan seinen Beruf aus. Nach wie vor bereitet er ihm viel Freude. Das ist nicht nur so daher gesagt, ich erlebe es tagtäglich. Stephan geht in seinem Beruf auf. Jetzt, da das neue Schuljahr gestartet ist, sind wir oft im Kindergarten anzutreffen. Es ist so rührend, wie ihn die Kinder mit strahlenden Augen, vermischt mit Respekt, willkommen heissen.

Die Kinder lernen mit ihm auf spielerische Art und Weise, wie sie sich im Strassenverkehr verhalten sollen. So wird beispielsweise das Überqueren einer Strasse mit und ohne Fussgängerstreifen geübt. Da komme ich ins Spiel. Ich bin gewissermassen der Stargast, der stets mit grossem Tamtam begrüsst wird. Mir entgeht nichts, und ich beobachte die Kinder mit Eulenaugen bei ihren Trockenübungen

  

Das Überqueren einer Strasse muss geübt sein: Kinder bei Trockenübungen.

 

Erst, wenn jedes Kind verinnerlicht hat, wie es sich auf der Strasse verhalten soll, geht es ans Eingemachte: Die Kinder müssen zu zweit und anschliessend alleine eine stark frequentierte Strasse überqueren. Von da an, habe ich nichts mehr zu melden, die Überwachung übernimmt Stephan. Meine Nerven sind dafür zu schwach, das gebe ich gerne zu. Es beeindruckt mich jedes Mal, wenn ich sehe, wie selbstbewusst die Dreikäsehochs am Strassenrand stehen und warten, bis sich die Räder von Fahrzeugen aller Art nicht mehr drehen. Erst dann bewegen sich die Kinder und überqueren winkend und strahlend die Strasse. Hach! Da geht nicht nur mir das Herz auf. Jede Fahrzeuglenkerin und -lenker lächelt verzückt zurück.

 

 

 

Was sich im ersten Augenblick locker-flockig anhört, fordert von Stephan höchste Konzentration. Er trägt die Verantwortung für die Kleinen und registriert sämtliche Bewegungen in der Umgebung. Ich erinnere mich an eine Situation, die bei mir noch heute die Federn senkrecht stellen lässt: Zwei Kinder waren drauf und dran den Fussgängerstreifen zu überqueren. Da riss einem Autofahrer, der in der Kolone stand, der Geduldsfaden und überholte mir nichts, dir nichts, den Vordermann! Vor. Einem. Fussgängerstreifen. Das müssen Sie sich mal vorstellen! Unfassbar. Stephan handelte geistesgegenwärtig, war sofort bei den Kindern und bugsierte sie zurück auf das Trottoir. Passiert ist nichts. Alle Beteiligten kamen mit dem Schrecken davon. Eine Kindergärtnerin merkte sich das Nummernschild. Das Ganze hatte für den Verkehrsrowdy natürlich ein Nachspiel. Das ist aber eine andere Geschichte.

 

Für mich ist Stephan ein Held. In den 19 Jahren als Verkehrsinstruktor kam es noch nie zu einem Unfall. Das hat nichts mit Glück zu tun, sondern ist alleine seinem Talent, Gefahren zu erkennen und sofort zu handeln, geschuldet. Ich finde es grossartig, darf ich an seiner Seite stehen und ihn unterstützen. Denn mir bereitet mein Job ebenfalls mächtig Freude.

 

 

 

 

Fussnote

 

Stephan ist stetig auf den Beinen oder sitzt auf für ihn viel zu kleinen Stühlen. Damit er auch in kritischen Situationen sofort losspringen kann, trägt er die Kompressionsstrümpfe COTTON. Sie unterstützen die Blutzirkulation und schenken seinen Beinen ein leichtes Gefühl. Das weiche Baumwollgarn liegt direkt auf der Haut und sorgt für einen äusserst angenehmen Tragekomfort. Dank der Materialzusammensetzung verfügt COTTON über eine hervorragende Thermoregulation: sei es im Kindergartenzimmer oder draussen auf der Strasse.

SIGVARIS COTTON