Unsere Geschichte

Als Anbieter von hochqualitativen und innovativen Angeboten im Bereich der medizinischen Kompressionstherapie blicken wir auf eine über 150-jährige Erfolgsgeschichte zurück. Unsere Verpflichtung für heute und die Zukunft: Durch kontinuierliche Entwicklung und Innovation bieten wir Lösungen an, die Menschen helfen, sich gut zu fühlen. Jeden Tag.

Laboratory atmosphere with coloring tubes in Saint-Just

2010 bis heute

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2019: Stefan und Christian Ganzoni wurden «Unternehmer des Jahres 2019»

Die Inhaber von SIGVARIS GROUP, Stefan und Christian Ganzoni, wurden in der Schweiz als «Unternehmer des Jahres 2019» in der Kategorie Family Business ausgezeichnet.

Der Entrepreneur Of The Year™ ist eine hoch angesehene Auszeichnung für die Leistungen von Unternehmern. Das Programm wird von EY in über 70 Ländern durchgeführt und fand 2019 zum 22. Mal in der Schweiz statt. Insgesamt 45 Schweizer Unternehmer haben dabei teilgenommen. Diese 45 Unternehmen traten in den Kategorien «Dienstleistung/Handel», «Emerging Entrepreneur», «Family Business» und «Industrie/High-Tech/Life Sciences» an.

Die Unternehmer durchliefen ein intensives Verfahren mit Interviews und Unternehmensbesuchen, das in der Bekanntgabe der Gewinner und der Preisverleihung in jeder der vier Kategorien kulminierte.

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Die neue Segmentierung und Auffrischung der Produktmarke für medizinische Kompressionsprodukte, Sigvaris, macht die Neuausrichtung von SIGVARIS GROUP ab Mitte des Jahres auch für die Verbraucher sicht- und spürbar. Die neu konzipierten Produktpakete erreichen die Verkaufsstätten in den USA, Kanada, Mexiko, Brasilien und Frankreich. Unter dem Motto «Live your life. Be yourself.» ermöglichen Sigvaris-Produkte ihren Trägerinnen und Trägern ein selbstbestimmtes, aktives Leben, und die Möglichkeit, ihrem eigenen Stil treu bleiben zu können. Ohne Kompromisse.

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Ein Teil der Aktien wird an die nächste Generation übertragen – ein grosser Meilenstein mit dem Ziel, das Unternehmen weiterhin langfristig in der Familie zu halten.

Heritage image shares to next generation
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Ab Januar 2019 steht der Name SIGVARIS GROUP weltweit für das Unternehmen sowie dessen Kompetenz und Expertise im Bereich von Lösungen in der medizinischen Kompression. Damit unterscheidet sich die Unternehmensmarke nun ganz klar von den Produktmarken. Ab sofort konzentrieren sich alle Lösungen auf die Bedürfnisse von Patienten und Verbrauchern.

2019, SIGVARIS becomes SIGVARIS GROUP
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Dank soliden Wachstums insbesondere in den Märkten Nord- und Südamerikas ist 2018 für die SIGVARIS GROUP ein aussergewöhnlich erfolgreiches Jahr: Das Unternehmen kann für das Geschäftsjahr einen historischen Rekordumsatz verzeichnen.

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2018 wurde zum Rekordjahr für die SIGVARIS Group.
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Nach gut zweijähriger Planungsarbeit und Bauzeit wird im März 2017 die Fabrikerweiterung in Peachtree City feierlich eingeweiht. Durch die Verdoppelung der Produktionskapazität sind nun alle betrieblichen Abläufe des Nordamerika-Headquarters unter einem Dach zusammengefasst und bieten den notwendigen Raum für weiteres Wachstum.

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Von links nach rechts: Andreas Schönenberger, CEO SIGVARIS Group, Stefan Ganzoni, Eigentümer, Christian Ganzoni, Eigentümer, Scot Dubé, President & CEO North America.
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BiaCare ist als Innovationsführer in Entwicklung, Produktion und Verkauf von kurzzügigen Kompressionsbandagen mit Klettverschluss-System sowie anderer Kompressionslösungen für veno-lymphatische Patienten bekannt. Mit der Übernahme von BiaCare stärkt die SIGVARIS GROUP ihre Position auf einem schnell wachsenden Markt weiter. BiaCare ist für seine hohen medizinischen Standards bekannt und geniesst das Vertrauen vieler Ärzte und Therapeuten. BiaCares neuartige Produktlinie von Kompressionsprodukten zur Behandlung von Lymphödem, Lipödem, chronischer venöser Insuffizienz und anderen komplexen Ödemen bedeutet eine unmittelbare Erweiterung des Angebots von SIGVARIS.

2016 Biacare CompreFlex LITE
BiaCare CompreFLEX-LITE
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Die vollständige Übernahme der Färberei Kronbühl AG in Wittenbach als Minderheitsaktionäre ist ein wichtiger und positiver Schritt für SIGVARIS AG. Sie ist die Basis für die Optimierung künftiger Prozesse und schafft wertvolle Synergien. Beide Unternehmen bleiben unabhängig voneinander im Markt tätig; Schnittstellen werden minimiert und optimiert. Das verschafft der SIGVARIS AG grössere Flexibilität und mehr Handlungsspielraum, um wichtige Arbeitsschritte noch effizienter zu steuern.

2016 Combany building of newly acquired Faerberei Kronbuehl in Switzerland
Färberei Kronbühl, Wittenbach, Schweiz
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Die SIGVARIS Gruppe gründet im Januar 2016 einen neuen Standort in Silea, Treviso, und verstärkt dadurch ihre Marktposition in Italien. Mit dem neuen Standort schafft das Unternehmen eine weitere wachstumsträchtige Plattform in Europa, mit der es als kompetenter Partner neue Märkte erschliessen, Kundenbeziehungen aufbauen und mit einem innovativen Produktportfolio wachsen kann.

2016 New company building of Sigvaris Italy in Silea
SIGVARIS S.r.l., Silea (TV), Italien
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Der Verwaltungsrat der SIGVARIS Holding AG ernennt Andreas Schönenberger, den bisherigen Leiter der Ländergruppe Europa Zentral, Nord und Ost mit Sitz in St. Gallen, zum neuen CEO der Gruppe. Andreas Schönenberger übernimmt seine neue Funktion per 1. Juni 2016 und löst damit Urs Toedtli ab.

Andreas Schönenberger studierte Wirtschafts- und Sozialwissenschaften an der Universität Basel und schloss 1988 mit dem lic.rer.pol. ab. Er verfügt über langjährige Führungserfahrung und ausgedehntes Know-how im Health Care-Bereich. Seit Juni 2014 war er erfolgreich als CEO der SIGVARIS AG in St. Gallen tätig und in dieser Funktion für die Märkte Schweiz, Deutschland, Österreich, Italien, Skandinavien, Osteuropa sowie Australien und den Mittleren und Fernen Osten verantwortlich.

Vor SIGVARIS war Andreas Schönenberger in verschiedenen Pharma- und Consumer Health Care-Unternehmen wie Sanofi, Bayer und Roche national und international (Spanien, Deutschland und USA) tätig.

2016 Andreas Schönenberger, CEO SIGVARIS GROUP
Andreas Schönenberger (*1962)
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Mit der Übernahme von Pani Teresa Medica verstärkt die SIGVARIS Gruppe ihre Position in einem rasch wachsenden Markt. Pani Teresa Medica ist für ihren hohen medizinischen Anspruch bekannt und geniesst das Vertrauen vieler osteuropäischer Kunden. Im Zuge der Portfolio-Erweiterung setzt die SIGVARIS Gruppe weiterhin auf angestammte lokale Produkte, die fest in ihren Märkten verwurzelt sind. Durch die gemeinsame Nutzung von Know-how schafft das Unternehmen eine wachstumsträchtige Plattform im osteuropäischen Markt, mit der sie als kompetenter Partner neue Märkte erschliessen kann.

2015 Company building of Pani Teresa in Poland
Pani Teresa Medica, Polen
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Die in Winterthur ansässige Gruppe beschäftigt weltweit 1400 Mitarbeitende und verfügt über eigene qualitätsgesicherte Produktionsstätten in der Schweiz, Frankreich, Brasilien und den USA sowie eigene Tochtergesellschaften in Deutschland, Österreich, Grossbritannien, Kanada, China, Australien und Mexiko. Weltweit beliefern diese rund 70 Länder.

2014 Logo for the 150-year celebration of Sigvaris company
Logo für das 150-jährige Jubiläum: Jeden Tag einen Schritt weiter.
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Der 2011 beschlossene Namenswechsel sämtlicher Tochterfirmen der Gruppe in SIGVARIS sowie das neue Corporate Design haben sich bewährt. Die neu lancierten Strumpflinien WELL BEING und SPORTS verkaufen sich vielversprechend. Es scheint, dass es diesmal gelingen wird, den gordischen Knoten der Diversifizierung zu durchschlagen.

Die 2012 gegründete Vertretung in Shanghai, China, entwickelt sich. Neue Vertriebsgesellschaften in Australien und Mexiko sind geplant.

2013 Sigvaris employee at the UIP world meeting in Boston
Vom Strumpffabrikanten zum medizinischen Dienstleister: SIGVARIS auf dem Weltkongress der Internationalen Vereinigung für Phlebologie in Boston (2013).
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Die SIGVARIS Gruppe im Jahr 1994: 2,83 Millionen produzierte Strumpfpaare, 690 Mitarbeitende, Nettoverkaufserlös 85,4 Millionen Franken. Die SIGVARIS Gruppe 18 Jahre später: 7,2 Millionen produzierte Strumpfpaare, 1365 Mitarbeitende, Nettoverkaufserlös 221 Millionen Franken.

Die neu aufgebauten Märkte in Brasilien und den USA sind sehr dynamisch und bergen noch etliches Potenzial. Der medizinische Kompressionsstrumpf ist für 9 von 10 Umsatzfranken verantwortlich.

2012 Erich Krieg medal for Stefan Ganzoni
Hohe Auszeichnung: Erich-Krieg-Medaille für Stefan Ganzoni (2010).
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Für seine wichtigste Aufgabe bei SIGVARIS, die Stärkung der Gruppenfunktionen, bringt er als langjähriges Kadermitglied der global ausgerichteten Sefar Gruppe, einem 1833 gegründeten Schweizer Familienunternehmen, das analytische und interkulturelle Rüstzeug mit.

Er erfüllt dort die schwierige Aufgabe, Firmenteile mit unterschiedlicher Ausrichtung und Philosophie zu fusionieren und strategisch neu auszurichten, mit Bravour.

Mit der Übergabe der Gruppenleitung an den erfahrenen Manager Urs Toedtli endet die seit der Gründung gelebte «Kongruenz zwischen Eigentum und operativer Leitung». Dies nicht zuletzt auch, um der Gruppe neuen Schwung zu verleihen.

2011 wird die Hightech-Umwinderei in Andrézieux, Frankreich, eröffnet.

2010 Urs Toedtli, first extrafamilial CEO of Sigvaris
Urs H. Toedtli (*1962).

1990–2009

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Wenn sich die Rahmenbedingungen nicht ändern, so könne man sorgenfrei weiterarbeiten, steht im Jahresbericht.

Frankreich ist mit einem Anteil von über 60 Prozent der Motor der Ganzoni Gruppe. Das birgt Risiken, weshalb in allen anderen Märkten das Wachstum stark beschleunigt werden soll, um binnen fünf Jahren mehr Ausgewogenheit zu erreichen.

Seit 2008 arbeiten der französische Kundendienst und die Logistik im neuen Center in Huningue. Die wichtigste strategische Herausforderung der Zukunft: «hinaus aus dem Schatten normierter Holzbeine».

Im Jahr 2009 wird die Produktlinie SIGVARIS SPORTS eingeführt.

2008 Sigvaris logistics center in Huningue
Das Logistikzentrum in Huningue, Frankreich, wurde2008 eröffnet.
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Täglich verkauft das Unternehmen 11‘000 Paar medizinische Kompressionsstrümpfe. Keiner der Versuche, das Tätigkeitsfeld um elastische Binden, Spitalstrümpfe oder Präventionsprodukte zu erweitern, bringt den erhofften Erfolg.

Zum Zugpferd wird Frankreich, wo knapp die Hälfte des Umsatzes erzielt wird. St. Gallen trägt 34 Prozent bei, die neuen Standorte in Amerika 17 Prozent. In Deutschland ziehen die Verkäufe erstmals nach Jahren wieder an. Als Ersatz für die Fabrik in São Paulo wird in Jundiaí eine topmoderne Fabrik eingeweiht.

2004 Chinese woman representing China as an emerging market for Sigvaris
Anspruchsvoll: Zukunftsmarkt China.
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Die Gruppenleitung wird reorganisiert und zentral in der neu gegründeten SIGVARIS Management AG in Winterthur stationiert. Ein neues Leitbild soll Orientierung geben. Die Ziele sind eine Senkung der Herstellungskosten um 20 Prozent und Investitionen aus Eigenmitteln.

Ein letzter Versuch, die neu lancierte, eigene Stützstrumpflinie Ariosa durch Umbenennung in SIGVARIS Wellness zu retten, scheitert. Der Vertrieb wird eingestellt. Derweil laufen die Geschäfte für die angestammten Kompressions- und Stützstrümpfe in fast allen Märkten gut.

2003 Sigvaris factory building in Brasil
Fabrikneubau in Brasilien (2003).
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70 Prozent der SIGVARIS Produkte erreichen den Kunden innerhalb eines Tages. Noch vor wenigen Jahren war es nur knapp die Hälfte. Mit dem ersten gruppenweiten Marketingplan und dem erstmals auf mehreren Märkten gleichzeitig vorgestellten Reisestrumpf Traveno beginnt das neue Jahrtausend schwungvoll und gruppendynamisch.

2000 Sigvaris products for Russia and France
Zukunftsmarkt Russland. (Kompressionsstrumpf als WELL BEING Produkt)
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Die konsolidierte Konzernbilanz ist ein Meilenstein. Sie zeigt ein rundum gesundes Unternehmen mit einer Eigenkapitalquote von 69,6 Prozent und einem Anlagevermögen, dessen Wert die langfristigen Kredite um das Zehnfache übersteigt.

Der wachsende Konkurrenzkampf zeigt Spuren. In Deutschland wird eine Bilanzsanierung notwendig. Die Schweiz bleibt eine glückliche Insel mit einem SIGVARIS Marktanteil von weit über 50 Prozent, was weitaus höher ist als 1993.

2001 Sigvaris France product Diaphane
Diaphane wurde in Frankreich zum Grosserfolg (2001).
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Ab 1988 arbeitet die SIGVARIS Inc. mit mässigem Erfolg. Um schneller auf den Markt reagieren zu können, wird der Bau einer Fabrik in Peachtree City, Atlanta, beschlossen, die 1997 ihre Türen öffnet. Hauptziel: Gewinne. Langfristiges Ziel: In den USA entwickelte Produkte und Konzepte könnten auch in den «Pfeilermärkten» Europas wichtig werden.

Expansion auch in Brasilien: In São Paulo wird eine neue Fabrik eröffnet. Mehrere Anfragen grosser Firmengruppen an «den kleinen Nischenplayer» Ganzoni werden abschlägig beantwortet. Der Wettbewerb wird auf allen Märkten härter.

1996 Sigvaris knitting hall in Peachtree
Stricksaal des neu eröffneten Neubaus in Peachtree City, USA.
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Die seit Jahrzehnten gepflegte Zwei-Unternehmens-Kultur wird aufgegeben, um künftig Synergien besser zu nutzen. Das erste internationale Management-Meeting ist Ausdruck dieses neuen Verständnisses. Die neue Gruppenleitung legt ein 25-seitiges Strategiepapier vor. Bei der Produktion lässt sich einiges optimieren, während das Marketing kaum Potenzial birgt. Erstmals werden die Länder im «Stammgeschäft Medical» in Ländergruppen zusammengefasst.

1995 Sigvaris products Samson and 503
Die 500er-Serie prägte SIGVARIS, Stützstrümpfe ergänzten die Palette.
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Mit der Imagebroschüre «Insight» präsentierte sich die Gruppe in sechs Sprachen mit einem neuen Leitbild als globales Familienunternehmen. Motto: «Wir von SIGVARIS sind da.» Während St. Gallen sein «zugegebenermassen hohes Preisniveau» trotz starker Konkurrenz zu halten wusste, verzeichnete Ganzoni in Frankreich den ersten Umsatzrückgang nach 27 Jahren ununterbrochenen Wachstums.

1993 Sigvaris compression product for athletes
Kompression für Sportler, neuer Markt für SIGVARIS.
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Nach seinem Eintritt im Jahr 1992 bei Ganzoni St. Gallen führt er das SAP-System in den europäischen Gesellschaften ein. Bis 2000 ist er für Teile von Ganzoni St. Gallen und für SIGVARIS do Brasil verantwortlich.

2002 übernimmt der konsequente Unternehmer die Verantwortung für die von St. Gallen aus geführte Ländergruppe. Ende 2008 zieht er sich aus den operativen Tätigkeiten zurück und verkauft seine Aktien Anfang 2011 an Stefan Ganzoni und Christian Ganzoni.

1991, im Vorfeld der Abstimmung zum Beitritt der Schweiz zum Europäischen Wirtschaftsraum EWR, beunruhigen Trends zur Isolation die Unternehmensführung in St. Gallen. «Wenn wir uns weiter abschotten, gibt es bei uns bald ausser dem Morgengold und Abendglühen unserer Alpen nichts mehr zu bestaunen», heisst es im Jahresbericht. In Frankreich boomt das Geschäft, nur die Sportproduktlinie unter der Marke TEF liegt weit unter den Erwartungen.

1991 Caspar Ganzoni
Caspar Ganzoni-Rechsteiner (*1959), Ganzoni St. Gallen, SIGVARIS Group, operativ tätig bis 2008.

1970–1989

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Nach einer Ausbildung zum Textilingenieur steigt er 1986 bei Ganzoni Saint-Louis ein. 1993 bis 1996 ist er Geschäftsführer von SIGVARIS Frankreich.

Ab 1994 leitet er die SIGVARIS Gruppe gemeinsam mit seinen Neffen Christian und Caspar Ganzoni. Ende 2010 übergibt er die operative Verantwortung an Urs Toedtli. Er ist Teilhaber des Familienunternehmens und Verwaltungsrat – und ein begeisterter Musikliebhaber.

1989 wird in der Europäischen Gemeinschaft unter Beteiligung der EFTA-Staaten ein Expertenkomitee zur Harmonisierung der Normen für Kompressionsstrümpfe gebildet. Dies weckt Befürchtungen sinkender Umsätze, die durch stagnierende Verkäufe in fast allen Absatzländern (Frankreich und Schweiz je knapp eine Million Paare) noch verstärkt werden.

Das Betriebsgebäude in St. Gallen wird erweitert. Die Firma begeht ihren 125. Geburtstag mit Jubiläumsfeierlichkeiten und der Publikation einer Firmengeschichte.

1989 Stefan Ganzoni
Stefan Ganzoni-Stähli (*1948) Ganzoni Saint-Louis, SIGVARIS Group, operativ tätig bis 2010.
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Nach gründlicher Einarbeitung unter anderem in den USA und in Brasilien tritt der Betriebsökonom 1984 ins Unternehmen ein. 1993 übernimmt er von seinem Vater Werner Ganzoni-Schwarzenbach die operative Leitung. Er baut die Gruppenstruktur und die Internationalisierung mit auf.

Ab 2002 ist er verantwortlich für Industrieprojekte und Human Resources auf Gruppenebene in der SIGVARIS Management AG in Winterthur. Der sprachbegabte Familienunternehmer ist Teilhaber und seit 2011 Verwaltungsrat mit Spezialaufgaben.

Im Jahr 1988 übernimmt Ganzoni sämtliche Aktien der T. E. F., und das Unternehmen wird in die Gruppe integriert. Die 1986 neu gebaute Fabrik in Saint-Just-Saint-Rambert wird 1989 um eine Verwaltungseinheit erweitert, 1991 wird die Umwindung zentralisiert.

Die Geschäfte laufen blendend. Ganzoni Frankreich verdoppelt den Umsatz in fünf Jahren auf 100 Millionen Francs, in St. Gallen wird der Umsatz in einem Jahr um knapp 20 Prozent gesteigert. 92 Prozent der Produkte sind Kompressions- und Stützstrümpfe.

In Übersee werden 1988 die Vertriebsgesellschaften SIGVARIS Inc. in Bradford, Connecticut, USA, und SIGVARIS Corp. Saint-Laurent, Québec, Kanada, gegründet.

1988 Christian Ganzoni
Christian Ganzoni-Wettmer (*1955), Ganzoni St. Gallen, Sigvaris Group, operativ tätig bis 2010.
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Es kommt zum Zusammenarbeitsvertrag zwischen Tricotage É du Forez (T. E. F.) in Saint-Rambert und Ganzoni Saint-Louis. Das französische Familienunternehmen mit 67-jähriger Geschichte bringt sein technisches Know-how, Ganzoni seine starke Marke Sigvaris und eine hervorragende Vermarktungskompetenz in die Firmenehe ein.

Ganzoni erwirbt 50 Prozent der T. E. F.-Aktien, mit der Option auf Erhöhung. Die Zusammenarbeit legt den Grundstein für spätere Erfolge in Frankreich.

Im selben Jahr beginnt der Aufbau der Fabrikationsfirma Sigvaris do Brasil in São Paulo.

1988 Sigvaris factory building in Sao Paulo
Sigvaris-Fabrik in São Paulo, Brasilien (1988).
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St. Gallen zieht mit dem gleichen Produkt unter den Markennamen Samson und Delilah nach. Später folgen Anti-Thrombosestrümpfe sowie Kniekappen und elastische Sportbandagen aus der französischen Produktion. Deren Verkauf wird nach einigen Jahren mangels Nachfrage eingestellt. Es ist der erste von mehreren Versuchen, mit einem breiteren Programm die Risiken besser zu streuen.

1988 Sigvaris factory building in Brandford
Sigvaris Inc. in Branford, USA (1988).
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Aus St. Gallen werden 90 Prozent der Produktion in 40 Länder exportiert. Das stellt gewaltige logistische Herausforderungen dar und verlangt in den wichtigeren Märkten nach eigenen Gesellschaften.

Bereits 1971 wird Sigvaris Wien gegründet, dann 1975 die seit 1961 bestehende Generalvertretung im deutschen Memmingen zur Vertriebsgesellschaft aufgewertet. Währungsschwankungen machen auf beiden Märkten zu schaffen, rote Zahlen trotz steigender Umsätze sind die Folge.

1986 TEF factory in Saint-Just
T.E.F.-Betriebsgebäude in Saint-Just (1986).
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Zur Feier des 50-Jahre-Jubiläums lobt der Präsident der Handelskammer Mülhausen die Firma als vorbildliches Familienunternehmen. Man hegt grosse Pläne, will vor allem beim Export stark zulegen. Doch der Exportanteil geht binnen 15 Jahren von 20 Prozent auf 5 Prozent zurück, während der Heimmarkt weiter wächst. Vor allem die in Nordafrika bis dahin gut verkauften Ceintures chauffantes wurden immer weniger nachgefragt.

1973 Day nursery for Sigvaris emplyee's children
Sigvaris Kinderkrippe in St. Gallen
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Nach Jahren der «unerträglichen Raumknappheit» wird in St. Gallen ein funktionaler und erweiterbarer Neubau erstellt. Der Bau wird in den folgenden Jahrzehnten mehrfach erweitert.

1972 Sigvaris building St. Gallen
Firmenneubau in St. Gallen
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SIGVARIS ist der meistgenannte Markenname in der Fachliteratur. Der Umsatz hat sich versechsfacht, 200‘000 Paar Kompressionsstrümpfe wurden gefertigt. Die Hälfte wird in der BRD verkauft, ein Viertel in der Schweiz, der Rest in alle Welt. Der Personalbestand ist von 43 auf 103 angewachsen. Seit 1968 werden die Strümpfe in einer Ferggerei in Hundwil AR abgesäumt und kontrolliert.

1973 2CV Sigvaris labelled company car
Firmenwagen (1973).

1940–1969

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Er tritt als Juniorpartner und Textilfachmann ins Unternehmen ein und bleibt bis 1960. 1973, kurz nach dem Unfalltod seines Vaters, kehrt er in die Firma zurück.

Aus dem exportorientierten Unternehmen im Aufbruch gestaltet er einen international tätigen Konzern. Der begabte Pianist ist ein konsequenter und hartnäckiger Unternehmer.

1969 Werner Ganzoni
Werner Ganzoni-Schwarzenbach (1926–2002), Ganzoni St. Gallen, operativ tätig bis 1993.
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Sigvaris wird in kürzester Zeit Marktführer. Das Problem der defizitären Bandweberei bleibt jedoch bestehen. Die Firma wird nach schwierigen Verhandlungen in den Eigentümerfamilien nach dem St. Galler Modell saniert. Einzig die gut eingeführten «ceintures chauffantes» bleiben neben den Kompressionsstrümpfen im Programm. Deren Produktion steigt bis 1970 von 20’000 auf 100’000 Paare.

1966 Sigvaris and Finella products
Sigvaris und Finela: Zwei Marken eroberten die Welt.
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Ganzoni ist am 100. Geburtstag wieder ein spezialisiertes, exportorientiertes Unternehmen. Es «gelang der so lange vergeblich angestrebte Durchbruch zu einem wie von jeher schöpferisch gestimmten, nun aber auch wirtschaftlich erfolgreichen Programm», heisst es in der Jubiläumsbroschüre. In Saint-Louis werden die neuen Produkte ins Sortiment aufgenommen, die grosse Umstellung steht aber noch bevor.

1964 Japanese leaflet for Sigvaris products
Neun von zehn Franken wurden mit Kompressionsstrümpfen verdient
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Nach einer betriebswirtschaftlichen Durchleuchtung wird klar: Mit dem breiten, ständig wechselnden Sortiment hat Ganzoni keine Überlebenschance. Die einzige Lösung ist die Spezialisierung auf medizinische Kompressionsstrümpfe.

Die Produktion wird radikal umgestellt, die Gummibandweberei an ein Konkurrenzunternehmen verkauft und nach Gossau SG verlagert. Die meisten Arbeiterinnen und Arbeiter werden übernommen. Die Ganzoni-Belegschaft reduziert sich von 79 auf 30 Personen.

1962 Luca circular knitting machine
Auf Lucas-Rundstrickmaschinen wurden in St. Gallen Sigvaris Strümpfe hergestellt (1965).
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Bei einem internationalen Ärztekongress 1961 wird ein seit 1959 in Zusammenarbeit mit dem Phlebologen Karl Sigg entwickelter medizinischer Kompressionsstrumpf auf Kautschukbasis unter dem Markennamen Sigvaris präsentiert.

Er bietet eine stufenlos abnehmende Kompression vom Knöchel an beinaufwärts. Beim später lancierten Finela Forma werden ausschliesslich synthetische Garne verwendet.

1962 Advertisment for Sigvaris medical compression stockings
Werbetafel mit Produktesortiment.
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Trotz der engen finanziellen Verflechtungen mit St. Gallen bleibt der Grundsatz bestehen, sich gegenseitig wie unabhängige Unternehmen zu behandeln. Hohe Investitionen in den Maschinenpark bringen keine Gewinne. 1959 wird die Breitgewebefabrikation in St. Gallen eingestellt, nachdem die Korsettindustrie als wichtigste Abnehmerin neuen Modetrends gefolgt ist. «Ich spekuliere nicht mehr auf das Hundertjährige», schreibt Werner Ganzoni.

1962 Sigvaris lettering
Der SIGVARIS Schriftzug wurde 1962 von Werner Ganzoni entworfen.
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Flauer Export, rückläufige Geschäfte in der Schweiz und ein Produktsortiment, das Werner Ganzoni angesichts eines Zickzacks von Schuhgummi über das Startseil zum Gummistrumpf zur Frage bewegt: «Nimmt man uns noch ernst?»

Der Verlust von 90’000 Franken im Jahr 1955 kann nur durch Darlehen aufgefangen werden, die von den Aktionären gewährt werden. Der Betriebsstandort Winterthur wird aufgegeben. Man hofft, die verbleibende Produktion «ohne Konzession an modernes Managertum, wie es jetzt gefordert wird» weiterführen zu können.

1951 Ganzoni Samsolatex rubber products
„Samsolatex“-Strumpf (links, 1951): Vorläufer des Gummistrumpfes von SIGVARIS.
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Das älteste der vier Kinder von Paul Ganzoni-Bidermann tritt 1950 ins Unternehmen ein. Das Centre des Jeunes Patrons (CJP) vermittelte dem Textilfachmann Kenntnisse der Betriebsführung. Ab 1967 trägt er die alleinige Verantwortung.

Mit der Übernahme der Tricotage Élastique du Forez (T. E. F.) 1988 gelingt ihm ein entscheidender Schritt zum Ausbau von SIGVARIS in Frankreich. Das Herz des Musikliebhabers und Violinspielers schlägt französisch.

1947 wird die zusammen mit einer gemeinnützigen Baugenossenschaft erstellte Siedlung Haggenhalde nahe dem Fabrikgebäude in St. Gallen eingeweiht. Ganzoni erwirbt sechs Reiheneinfamilienhäuser zur Vermietung ans Personal. Das Modell folgt Vorbildern aus Saint-Louis und Winterthur.

1947 Peter Ganzoni
Peter Ganzoni-Morel (1925–2020), Ganzoni Saint-Louis, operativ tätig bis 1993.
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Der Boykott gilt schon ab 1944. Das bald existenzielle Problem wird erst 1946 mit dem Washingtoner Abkommen zwischen der Schweiz und den USA gelöst.

Schon im Jahr darauf schreibt Ganzoni Elastic ein Rekordergebnis. Hoffnung kommt auf. Doch es bleibt ein dem Nachholbedarf geschuldetes Strohfeuer. In Saint-Louis ist die Lage ähnlich: Nach einem kurzen Aufschwung 1947/48 dreht der Wind wieder.

1946 Ganzoni booth at the Foire de Lyon
Ausstellungsstand an der „Foire de Lyon“ (1946).
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Die Rohstoffe werden immer knapper. «Der Fabrikationsplan richtet sich nach den Gummifäden», heisst es im Jahresbericht 1941. 1942 wird eine zweite Fürsorgestiftung für das Personal in St. Gallen gegründet. Eine Arbeiterkommission entscheidet mit über die Verwendung der Gelder. Nach und nach muss der Gummianteil in den Produkten reduziert werden.

1948 Housing for Ganzoni employees: Haggenhalde in St. Gallen
Günstiger Wohnraum für die Belegschaft: Siedlung Haggenhalde St. Gallen (1948).

1920–1939

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Das Werk nimmt kurz nach dem deutschen Einmarsch im Mai 1940 seinen Betrieb wieder auf, aus der Belegschaft wird die «Gefolgschaft». Der Kontakt in die Schweiz reisst nahezu ab.

In Lyon wird ein Zweigbetrieb eröffnet, der sich erstaunlich gut hält, obwohl das Unternehmen von der Vichy-Regierung offiziell als «maison juive» (Judenhaus) eingestuft wird.

1943 Ganzoni advertisment
Werbung mit elastischem Gestrick für „Ganzonitex“ (1943).
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Die Exporte haben sich seit 1928 um 85% reduziert. Auch Ganzoni Elastic ist betroffen. Der Inlandmarkt kann diese Ausfälle nicht kompensieren, zumal sich die Margen halbiert haben.

Der erhoffte Exportimpuls durch die 30-prozentige Abwertung des Frankens im September bleibt aus. Ganzoni überlebt nur dank Landverkäufen und Finanzspritzen der Eignerfamilie.

1941 Group picture Ganzoni employees in St. Gallen
Ganzoni-Belegschaft St. Gallen (1941).
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Die Einführung der 40-Stunden-Woche durch die Regierung Léon Blum und eine dekretierte Lohnerhöhung um 10 Prozent erfordern die Einführung des Zweischichtbetriebs und eine massive Ausweitung der Produktion, um bei sinkenden Margen die Gewinne zu halten. Die Gratwanderung gelingt. Am Vorabend des Zweiten Weltkrieges steht der Betrieb in Saint-Louis auf solidem Fundament.

1937 Letterheads of Ganzoni company
Briefköpfe aus den Jahren 1939 (oben) und 1944 (unten).
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In St. Gallen und Saint-Louis müssen die Löhne gekürzt werden. Mit neuen Produkten wie Damenschlüpfern, geflochtenen Herrengürteln, Startseilen für Segelflugzeuge oder Apparaten zur Abfederung im Flugzeugbau soll die Inlandnachfrage belebt werden. Doch insgesamt sind in diesen Krisenjahren die Kapazitäten der Elastikindustrie viel zu hoch. Ein gnadenloser Preiskampf ist die Folge.

1939 Ganzoni elastic starting rope for airplanes
Landesausstellung 1939: Werbung für Segelflug-Startseile.
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Das Produktsortiment umfasste laut der Warenhauszeitung «Gummistoffe und Gummibänder, Artikel für Merceriezwecke, Bänder für Strumpfhalter, Hosenträger und Sockenhalter», gefertigt in Winterthur.

Zudem «baumwollene und kunstseidene Gummilitzen, glatt oder mit Knopflöchern ausgeführt, Gummistrümpfe, Gummiteile für Corsetten und Leibbinden», hergestellt in der Zweigfabrik St. Gallen-Bruggen.

1932 Sewing hall in Saint-Louis
Nähatelier von Ganzoni Saint-Louis (1932).
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In St. Gallen ist das anders: Der Niedergang der Stickereiindustrie hat Tausende in die Arbeitslosigkeit geführt. Am 8. Oktober kauft Ganzoni Elastic im St. Galler Vorort Bruggen die ehemalige Stickereifabrik Zähner & Schiess. Gummiflechterei und -strickerei sowie Konfektionsabteilung werden verlegt. Inwieweit ein Arbeiterstreik im Werk Winterthur vom Januar zum Entscheid beigetragen hat, ist nicht überliefert.

1928 Samson, the Ganzoni product trademark
Samson Elastic: über Jahre das Markenzeichen der Firma Ganzoni.
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Um der Abhängigkeit von wenigen Produkten zu entgehen, wird das Produktesortiment erheblich erweitert. Feinere Gummifäden werden verarbeitet, neue, poröse und breite Elastikgewebe für die Konfektion von Gürteln, Hosenträgern, Socken und Strumpfhaltern produziert.

Der Markenname Samson etabliert sich auf dem Schweizer Markt. Mit der Produktion von rundgestrickten Gummistrümpfen geht man neue Wege.

1932 Woman manufacturing in St. Gallen
Produktion in St. Gallen (1932).
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In Frankreich behindert ein Schutzzoll von 30 Prozent eine Wiederbelebung des Geschäfts. Es wird beschlossen, eine eigene Fabrikation in Saint-Louis aufzuziehen. Neubau eines Fabrikgebäudes, Produktionsbeginn im Dezember 1924.

Ganzoni Frères profitiert nach Anfangsschwierigkeiten selbst vom Protektionismus in Frankreich. Dank Zollschutz werden konfektionierte Artikel zum Kassenschlager.

1928 Ganzoni factory in St. Gallen
Von 1928 bis 1972 wird in diesem Fabrikgebäude in St. Gallen-Bruggen produziert.
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Umsatzeinbruch und hohe Verluste nach einem sehr erfolgreichen Geschäftsjahr. Reorganisation der Firma. Eine Neuausrichtung auf den Schweizer Markt wird wegen geringer Perspektiven verworfen. Wiederbelebung des Exportgeschäfts unter grossen Schwierigkeiten: Schutzzölle, politische Wirren, Inflation.

Das Werk in Winterthur beschäftigt 30 Angestellte. Eine 1920 gegründete Firmenstiftung unterstützt Pensionierte und hilft in Notfällen. Sie wird sich in den kommenden Krisenjahren mehr als einmal bewähren.

1932 Ganzoni covering hall in Winterthur
Umwinderei in Winterthur (1932).

1864–1919

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Das Ende des Ersten Weltkriegs bringt nicht die erhoffte Normalisierung, ganz im Gegenteil: England behindert die Lieferung von Rohmaterial, man wirft Ganzoni vor, mit einer «feindlichen Firma» allzu enge geschäftliche Beziehungen gepflegt zu haben. Mehrere Interventionen bei der britischen Gesandtschaft in Bern sind nötig, bis die Sache geklärt ist.

1919 Letterheads of Ganzoni company
Briefköpfe Ganzoni Winterthur (1924, oben) und Ganzoni Saint-Louis (1932, unten).
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Werner Ganzonis jüngerer Bruder hätte Musiker werden können. Doch er bleibt der Familientradition treu und baut nach umfassender kaufmännischer und technischer Ausbildung die französische Schwesterfirma auf. So lässt sich auch den recht unterschiedlichen unternehmerischen Temperamenten des Brüderpaars Rechnung tragen.

Am 6. September 1918 treten die Arbeiter der Elastik-Weberei in den Streik. Der Streik wird nach zehn Tagen beendet. In der Vereinbarung heisst es: «Die Firma verpflichtet sich, von jeglichen Massregelungen streikender Arbeiter bzw. Arbeiterinnen abzusehen.» Zugesichert wird «bei Rückkehr normaler Produktionsverhältnisse» eine «tarifliche Regelung der Lohnangelegenheit».

1918 Portrait of Paul Ganzoni
Paul Ganzoni-Bidermann (1899–1988), Ganzoni Saint-Louis, operativ tätig bis 1967.
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Gerne hätte Werner Ganzoni eine akademische Karriere eingeschlagen, doch sein Vater entscheidet anders. So macht Werner aus der äusseren eine innere Berufung: 1920 übernimmt er mit 28 Jahren das Unternehmen und führt es während eines halben Jahrhunderts als leidenschaftlicher Patron. Zeitlebens bleibt er auch der Musik, Literatur und Kunst zugetan.

1914 laufen die Geschäfte nach einem Rückschlag zu Beginn des Ersten Weltkriegs dank Umstellung auf Binnennachfrage gut. Schwierigkeiten bereitet neben der durch die Mobilmachung bedingten Kurzarbeit zunehmend die Rohmaterialbeschaffung. Die Produktion muss trotz grosser Nachfrage eingeschränkt werden.

1914 Portrait of Werner Ganzoni
Werner Ganzoni (1892–1972), Ganzoni Winterthur und St. Gallen, operativ tätig bis 1972.
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Während der Absatzanteil Österreichs zwischen 1890 und 1910 von einem Drittel auf 3% schrumpft, steigt Deutschland aus der Bedeutungslosigkeit (1,3%) zum wichtigsten Absatzmarkt auf (1906: 45%).

Neu ins Programm aufgenommene, breitere Elastikgewebe retten Ganzoni vor dem Aus. Die Nachfrage ist so gross, dass 1907 sogar Aufträge abgelehnt werden müssen.

1900 Leaflet with corsages SIGVARIS GROUP
Miederwaren bilden über Jahrzehnte einen wichtigen Geschäftszweig.
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Nach Lehr- und Wanderjahren übernimmt Moritz Ganzoni-Nadler das Unternehmen bereits im Alter von 25 Jahren und führt es durch schwierige Jahre. Er ist ein vorbildlicher Arbeitgeber und engagiert sich in öffentlichen Ämtern, unter anderem als Handelsrichter. Als Bariton mit weicher und klangvoller Stimme ist er dem Musikkollegium Winterthur bis zu seinem Tod eng verbunden.

1890 werden die Betriebskrankenkasse gegründet und die Arbeitermitsprache an der Generalversammlung eingeführt.

Schutzzölle verursachen Probleme. 1895 wird im österreichischen Dornbirn ein Zweigbetrieb eröffnet. Der Auftakt ist hoffnungsvoll, die Konkurrenz enorm. Der Betrieb schreibt schliesslich rote Zahlen und wird im Jahr 1900 an den grössten Konkurrenten verkauft.

1890 Moritz Ganzoni, son of the founder of SIGVARIS GROUP
Moritz Ganzoni-Nadler (1865–1920), Ganzoni Winterthur, operativ tätig bis 1920.
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An der Grüzenstrasse 44 in Winterthur (heute Fotomuseum) wird das erste Fabrikgebäude gebaut. 40 Gummibandwebstühle sind in Betrieb, angetrieben über je zwei Transmissionsriemen von einer Kolben-Dampfmaschine. Eine Appretur (Zurichterei) wird aufgebaut, weil die Kundschaft nach Ware mit feinerem Griff verlangt.

Das Kleinwarengeschäft wird verkauft, die Beschäftigung von Heimwebern aufgegeben. Das Vertriebsnetz umfasst beinahe ganz Europa und reicht sogar bis Nordafrika und Argentinien.

1874 Postcards with orders for Ganzoni products
Bestellungen: Postkarten aus Sofia, Prag und Iran aus den 1890er-Jahren.
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Der Firmengründer ist ein talentierter Turner. Im Jahr 1864 bilden er und sein Geschäftspartner Niklaus Barthelts (1837–1891) ein gleichberechtigtes Führungsduo und legen damit einen soliden Grundstein für alle nachfolgenden Generationen. Moritz vertieft seine kaufmännische Ausbildung durch Auslandsaufenthalte beispielsweise in Ägypten. «Ganzoni und Barthelts» wird in Winterthur als Nähfachgeschäft gegründet.

Schon 1865 werden aufgrund der grossen Nachfrage auf vier Webstühlen elastische Bänder für die beliebten schnürlosen Halbstiefel hergestellt. Im Jahr 1870 sind 20 Webstühle im Einsatz, und in Zeiten erhöhter Nachfrage stehen Heimarbeiterinnen und Heimarbeiter zur Verfügung.

1864 Moritz Ganzoni, Founder of SIGVARIS GROUP
Moritz Ganzoni-Sträuli (1830–1900), Ganzoni Winterthur, operativ tätig bis 1890.

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